Donnerstag, 19 September 2019

JF on Helgoland / Hermann Marwede

geschrieben von  Publiziert in Aktivitäten der Jugendfeuerwehr Tönning

20160902 JF Helgoland 02120160902 JF Helgoland 106Noah, unser Jugendgruppenleiter, konnte es mit der Seenotleitung Bremen der DGzRS vereinbaren, dass die JF Tönning am 02.09.2016 eine Führung auf dem Seenotkreuzer HERMANN MARWEDE (Station Helgoland) bekommt. 

Somit ging es dann auch an diesem Freitag, 02.09.2016 früh am Morgen los. Wir trafen uns um gegen 7 Uhr allmählich im Gerätehaus. Nachdem sich alle Jugendlichen, die Betreuer Alex und Rainer und unser Wehrführer Stefan eingefunden hatten, ging es auch schon los nach Büsum zu unserer Fähre.

 

 

 

 

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Im Büsum angekommen machten einige erst mal ein Fischbrötchen-Frühstück, und andere erkundeten schon mal das Schiff von Bug bis Heck. Um 9:30 legten wir dann ab und nahmen Kurs auf Helgoland. Bei steifer Brise und gutem Wellengang wurde die Zeit auf dem Schiff mit Karten spielen und einem Mittag mit Currywurst und Schnitzel verbracht. Kurz vor Helgoland wurde der Wellengang auch nochmal stärker und einige wechselten im Ansatz ihre Gesichtsfarbe ... Aber gegen 12:00 Uhr gingen wir dann vor Helgoland vor Anker. Mit kleinen Holzbooten wurden wir zunächst vom Schiff auf das Helgoländer Festland gebracht. Dies war bei dem Wellengang für alle schon ein spannendes Erlebnis.

Nachdem alle mehr oder weniger trocken auf dem Festland angekommen waren, erkundeten wir in kleinen Gruppen erst mal die Insel. Viele verschafften sich auf dem Oberland erst mal eine Übersicht von Helgoland. Andere waren in den Läden mit den günstigen und riesigen Süßigkeitentüten verschwunden. Wieder andere aßen ein Eis und genossen die Seeluft.

 

 

20160902 JF Helgoland 113Um 14:00 Uhr trafen wir uns wieder und gingen geschlossen zu unserem eigentlichen Ziel: Dem Seenotkreuzer HERMANN MARWEDE der Deutschen Gesellschaft zur Rettung Schiffbrüchiger (DGzRS). Die HERMANN MARWEDE wurde 2003 in den Dienst gestellt und ist mit 46 Meter Länge und 10,66 Meter breite der größte Seenotkreuzer der DGzRS. Der Seenotkreuzer verdrängt insgesamt 404 Tonnen und hat trotz seiner enormen Größe nur einen Tiefgang von 2,50 Metern.

An der HERMANN MARWEDE angekommen, wurden erst mal viele Fotos von dem imposanten Kreuzer gemacht. Von außen fielen und direkt die 3 Reisegenosse Löschmonitore ins Auge, die, wie wir später erfuhren, mit bis zu 40.000 Liter Wasser pro Minute löschen konnten. An Bord angekommen haben wir uns in zwei Gruppen aufgeteilt und wurden jeweils von einem Besatzungsmitglied durch die HERMANN MARWEDE geführt. Es ging zunächst hoch auf die Brücke. Dort wurde uns die Steuerungszentrale und die Arbeit mit Funk und Navigation auf See gezeigt. Zudem wurde uns erzählt, dass die HERMANN MARWEDE im Jahr zu ungefähr 140 Einsätzen ausrückt. Auf der MARWEDE arbeiten immer 7 Personen, die jeweils 2 Wochen an Bord des Kreuzers leben.

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Von der Brücke ging es über den Aufenthaltsraum, Küche und Waschraum in das Bordhospital. Hierzu ist zu sagen, dass der Kreuzer wie ein kleines Krankenhaus ausgestattet ist. Insgesamt kann er bei einer Evakuierung eines Schiffes bis zu 300 Personen aufnehmen.

Danach ging zum Herz des Kreuzers: dem Maschinenraum, in dem uns die drei riesigen Motoren der HERMANN MARWEDE mit einer Gesamtleistung von 9.250 PS gezeigt wurden. Die Motoren verhelfen dem Kreuzer auf eine Geschwindigkeit von 25 Knoten (46 km/h). Wir wurden noch weiter durch die Technik der MARWEDE geführt und am Ende ging es noch zum 8,9 Meter langen Tochterboot VERNEA, welches der Kreuzer in der Heckwanne mitführt. Die VERNEA wird durch ihre Geschwindigkeit von 32 Knoten (56 km/h) und durch ihren geringen Tiefgang von nur 65 Zentimetern meist für Einsätze rund um Helgoland genutzt. Aber auch beim Retten von Personen aus dem Wasser, wird das Tochterboot benötigt.

Nach gut einer Stunde Aufenthalt zwang uns unsere Fähre wieder auf den Rückweg, obwohl wir gerne länger geblieben wären. Wir bedankten uns ganz herzlich bei der Crew der HERMANN MARWEDE für die tolle Führung und gingen dann (sehr) schnellen Schrittes zurück zu den kleinen Holzbooten, die uns schlussendlich zur Fähre brachten. Gerade an Bord und schon ging es bei mäßigem Wellengang wieder zurück nach Büsum. Die Rückfahrt nutzten einige um etwas Schlaf von heute Morgen nachzuholen, während andere Karten spielten oder die auf Helgoland gekauften Süßigkeiten verdrückten.

Zurück im Gerätehaus wurden wir von unserem Jugendfeuerwehrwart Jörg, der aus beruflichen Gründen leider nicht mitkommen konnte, mit ein paar Pizzen begrüßt. Diese vernaschten wir, berichteten dabei von dem klasse Tag und fuhren danach alle mit einem Lächeln auf den Lippen auch Hause.

Schlussendlich konnten wir alle sagen, dass dies ein sehr, sehr toller, spannender und erlebnisreicher Tag auf Helgoland und dem Seenotkreuzer HERMANN MARWEDE war!

 

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